Verfasst von: Der Geheime Eulenclub | 21. März 2011

Coming-Out-Anekdoten: Meine unbeholfenen Eltern und ich

AKT 1

Wir befinden uns im Auto, an einem schönen Sonnentag im Frühling. Mutter fährt, ich sitze auf dem Beifahrersitz. Unser familiäres Verhältnis ist eng und liebevoll, aber wir reden nicht über Persönliches, über Gefühle. Ich bin unsicher, nervös, denn am selben Tag soll mich die Frau bei meinen Eltern besuchen, in die ich mich verliebt habe – zum ersten Mal in meinem Leben bin ich in eine Frau verliebt! Ich habe das Gefühl, ich muss es meinen Eltern sagen, weil sie es doch eh merken würden, so verliebt bin ich.

Ich: Äh, Mama…

Mutter (in Gedanken versunken): Hm?

Ich: Also, die da kommt..ich mag die.

Mutter: Hm?

Ich: Ich mag die. Die mich da besuchen kommt. Ich mag die sehr.

Mutter: Na das wollen wir ja doch hoffen. Pause. Ooooh!

Ich: Ja.

Mutter: Ach so.

Ende des Gesprächs. Das ganze Wochenende über sind die Eltern sehr freundlich zu der Frau, zu mir, und ich bin mir immer unsicherer, ob die Info richtig angekommen ist, weil sie so sehr unkommentiert bleibt.

AKT 2

Einige Wochen später. Ich befinde mich in meiner WG. Es ist mittags, ich habe gleich eine Veranstaltung, habe die Jacke schon an und den Rucksack auf dem Rücken. Das Telefon klingelt. Auf dem Display ist die Nummer meiner Eltern. Ich gehe ran.

Ich: Hallo! Ich hab’s eilig, was gibt’s denn?

Mutter: Hallo! Pause. Wie ist denn das Wetter bei euch?

Ich (genervt): Gut, und bei euch?

Mutter: Gut. Lange, lange Pause. Sag mal, findest du eigentlich Sex mit Männern besser oder mit Frauen?

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Verfasst von: Der Geheime Eulenclub | 18. März 2011

Fagget Fairys – Oci

Ich werde den Ohrwurm heute nicht mehr los, also sollt ihr ihn zur Strafe auch haben!

Verfasst von: Der Geheime Eulenclub | 17. März 2011

Bekennend homosexuell als Pastor/in: Mut oder Masochismus?

Ich habe heute in der Online-Präsenz der Südwest Presse einen Artikel über die Synode der württembergischen Landeskirche gelesen, bei der darüber diskutiert wird, ob Homosexuelle Pfarrer sein können. Diese Diskussion berührt auch die Frage, wie man mit der heiligen Schrift umgehen soll. Die Autorinnen des Artikels befragen zu dem Thema auch einen homosexuellen Pastoren, der von seinen Erfahrungen in der Gemeinde berichtet. Er hörte sich nach einem netten, gewissenhaften Mann an, der gute Arbeit leistet. Dennoch ist die Wut immer weiter in mir hochgekocht, je mehr ich gelesen habe. Das liegt nicht an ihm, sondern an der Position, die er vertritt und die ich für ehrenwert halte, für mich selbst aber vollkommen ausschließe. Und es liegt an Grundsatzfragen.

Als Lesbe oder Schwuler kann man sich im besten Fall aussuchen, wann und wie man sich outet, wenn man in eine neue Gruppe (Arbeit, Wohngegend, Sportverein etc.) eintritt. Da gibt es drei Möglichkeiten: 1. sofort, 2. wenn man die Leute besser kennt und schon Freunde hat, 3. nie. Im schlechtesten Fall macht dir jemand den Rosa von Praunheim. Ich persönlich würde immer 1. (also  sofort) wählen, weil ich dann wenigstens weiß, woran ich bin.

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Verfasst von: Der Geheime Eulenclub | 17. März 2011

Grethe Rask und der neue Stand der Dinge

Sooo, seit dem ersten Blog-Eintrag zu Grethe Rask sind zwei Tage vergangen und es hat sich Neues ergeben! Praktisch gesehen habe ich zwar nicht viele neue Infos bekommen, theoretisch gesehen aber dennoch einen riesigen Durchbruch erzielt.

Zunächst haben sich KVINFO und der LGBT-Verband Dänemark zurückgemeldet. Ich bin sehr begeistert davon, wie hilfsbereit und freundlich sie auf meine Fragen reagiert haben. Wie auch schon die nette Dame vom Verbraucherschutzministerium haben mich beide mit Tipps zu Sekundärliteratur versorgt, sodass ich mittlerweile eine anständig lange Liste an Titeln zusammen habe – für die ich allerdings nach Kopenhagen fahren müsste, da das immer noch weniger Zeit und Geld kosten würde als alles zu bestellen und/oder auszuleihen. Aber auch dieser Trip könnte sich schon bald noch mehr lohnen, da ich nämlich auch die Adresse von Ib Bygbjerg bekommen habe, dem Kollegen von Grethe Rask, der im englischen Wikipedia-Artikel zitiert wird (an dieser Stelle auch ein Dank an ElRaki für die Vorschläge!). Ib Bygbjerg hat mir noch nicht geantwortet, aber ich hoffe sehr, dass er es noch tut. Er scheint eine ziemlich prominente Rolle in Rasks letzten Jahren eingenommen zu haben:

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Verfasst von: Der Geheime Eulenclub | 16. März 2011

One Night/One Story?

(Auch) Für Tabakkonzern Philip Morris sind lesbische Erfahrungen nicht mehr als der aufgeputsche erotisierte Abschluß einer durchfeierten Nacht. Und vielleicht noch nicht mal das. Gerade hängen sie an jeder Litfaßsäule und jeder Haltestelle, die Plakate der Zigarettenmarke L&M, auf denen sich zwei Frauen in eine Fotokabine quetschen.

Eigentlich ‘ne nette Idee, dieses liebenswert antiquierte Ding – nicht nur Maschine, aber auch kein Raum, Ausdruck des Transitorischen, Bedrohten, Billigen – wieder einmal bildlich zu aktivieren. Den letzten großen medialen Einsatz hatte der Fotoautomat wohl in “Die fabelhafte Welt der Amelie”. Dies ist unzweifelhaft dem Umstand geschuldet, daß Fotoautomaten kaum noch in Gebrauch sind und schlicht heute nicht mehr zur Lebenswelt der meisten Menschen gehören. Doch steht er in älteren Medien symbolhaft dafür, eine durch widrige Umstände bedrohte Romanze verschwiegen festzuhalten, bevor die Liebenden voneinander scheiden müssen. Das Entscheidende nämlich ist, dasjenige, was die Turtelnden fotografiert, ist ein Automat und gibt kein Urteil darüber ab, wer (oder wieviele) sich in ihm zu welchem Zweck verewigen lassen.

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Verfasst von: Der Geheime Eulenclub | 14. März 2011

Grethe Rask

1. Robert R.

2. Arvid Noe (mit Frau und Kind)

3. Grethe Rask.

Sagt einem von euch einer der Namen auf dieser Liste etwas? Vielleicht klingelt’s, wenn ich sie ergänze: 4. Senor Jose, 5. Herbert Heinrich, 6. Gaetan Dugas (“Patient Zero”). Die Lebensgeschichte von “Patient Zero” war verantwortlich für den Mythos, ein einzelner Mann hätte AIDS über ganz Nordamerika verbreitet, woraus viele wirre Verschwörungstheorien entstanden sind. Auf der Liste ist er, weil er der 6. (oder 8., wenn man Noes unbenannte Familie mitzählt) bekannte außerafrikanische AIDS-Tote ist. Mittlerweile ist die Liste so lang, dass die Namen nicht mehr einzeln gezählt werden. Schon ein paar Jahre nach Gaetan Dugas’ Tod 1980 war AIDS weit verbreitet, bekannt und benannt – zuerst als GRID (Gay-related immune deficiency) oder “4H-club” / “4H disease” (weil es hauptsächlich “Haitians, homosexuals, hemophiliacs, and heroin users” zu befallen schien) und ab September 1982 dann als AIDS. Die kurze GRID-Zeit hat gereicht, um homophobe Haltungen und Meinungen nicht nur zu verstärken, sondern auch salonfähig zu machen. So weit, so bekannt. Doch wer ist die Frau auf Listenplatz 3?

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Verfasst von: Der Geheime Eulenclub | 10. März 2011

Homosexualität und Fußball, oder: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust

1998, als ich 13 Jahre alt war, feierten vier Werder-Profis eine Party, auf der der eine, Hany Ramzy, den Hitlergruß zeigte. Ich befand mich damals sozusagen in der Zeit meines politischen Erwachens, war in der Antifa und sah immer und überall Nazis. Außerdem war ich – damals wie heute – Werder-Fan, hatte meinen Verein in die Wiege gelegt bekommen und behandelte ihn wie ein Familienmitglied: Er hatte schlechte Zeiten, die ich mittrug, und gute Zeiten, über die ich mich freute. Ich stand ihm grundsätzlich liebevoll-kritisch gegenüber. Normalerweise sah ich seine kleinen Schwächen mit Nachsicht, aber der Hitlergruß war keine kleine Schwäche mehr. Ich riss meine Poster von der Wand, fühlte mich persönlich angegegriffen und war sehr, sehr enttäuscht. Meine ganze Jugend über habe ich daraufhin Briefe ans Fanprojekt geschrieben, Marco Bode persönlich eingeschaltet oder an Diskussionsrunden teilgenommen, wann immer mir im Stadion rechtes Verhalten aufgefallen ist. Hany Ramzy kann ich noch immer nicht ausstehen.

Mit der Homosexualität, dem Fußball und mir ist es ähnlich. Natürlich fand ich schon immer, dass da sehr viel Aufklärungsbedarf herrscht, aber erst seitdem ich festgestellt habe, dass ich auch auf Frauen stehe, nehm ich das Thema wirklich persönlich. Seitdem schlagen zwei Herzen in meiner Brust.

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Verfasst von: Der Geheime Eulenclub | 8. März 2011

Jesus Fürst zu Castell-Castell

Ich habe heute morgen ein Interview mit Albrecht Fürst zu Castell-Castell in der Internetpräsenz der Augsburger Allgemeinen Zeitung gelesen und mich köstlich amüsiert. Thema war die im November letzten Jahres beschlossene Gleichstellung Homosexueller im Pfarramt der Bayerischen evangelischen Landeskirche.

Fürst Albrecht hatte laut Interview von der Gleichstellung gehört und war so verdattert, dass er gar nicht wusste, was er tun soll – oder ob er was tun soll. Und was tat er? Er holte sich 12 (12!!) Vertraute zu Tisch und besprach mit ihnen den Schlachtplan. Hoffentlich hatte er seinen Hofmaler oder -fotografen dabei, der ihn und die 12 Jünger dabei malen konnte.

Eigentlich ist das ganze Interview so unfreiwillig komisch, dass ich es gerne in seiner Gänze hier zitieren würde. Tu ich aber nicht (ist ja verlinkt) und beschränke mich auf folgende Aussagen:

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Verfasst von: Der Geheime Eulenclub | 7. März 2011

Join “All out”!

 

www.allout.org

Verfasst von: Der Geheime Eulenclub | 7. März 2011

Schon älter und trotzdem immer wieder gut: Prop 8 – The Musical

 

Kleines, feines Musical zur Streitfrage der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in den USA (die so genannte Prop 8). Mit (u.a.) Jack Black, Sarah Chalke und Neil Patrick Harris.

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